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Mitwirkende

Künstler aus Tschechien

Milan Děžinský

Dichter und Übersetzer, geboren 1974, als Lehrer tätig. Seine Sammlungen "Přízraky" und "Tajný život" wurden für den Magnesia-Litera-Preis nominiert und seine Gedichte erscheinen regelmäßig im Jahrbuch "Die besten tschechischen Gedichte" / "Nejlepší české básně" (2009, 2011, 2012, 2013). Er übersetzt literarische Texte aus dem Englischen (Dickinson, Norton, Dawe etc.). Gedichtbände: "Černá hodinka" (1996), "Kašel mé milenky" (1997), "Slovník noci" (2003), "Přízraky" (2007), "Tajný život" (2012).

Patrik Hábl

Maler, Konzeptualist und Performer, geboren 1975 in Zlín. Sein Schaffen bewegt sich im Grenzbereich der Graphik und Malerei. In seinen Großformatwerken stellt er Transformationen von Naturszenerien ins Abstrakte dar. Er bemüht sich darum, die Grenzen des Gemäldes zu entdecken und zu überwinden. Patrick Hábl studierte experimentelle Graphik (AVU Prag, St. Petersburg) und ist als Dozent an der VŠUP in Prag tätig. Zahlreiche Ausstellungen in Tschechischen sowie im Ausland.

Jan Měřička

Graphiker, geboren 1955 in Pardubice. Seine Graphiken der letzten Jahre sind Wimmelbilder mit Menschengruppen. Als Vorarbeit macht er Fotos vom "alltäglichen Betrieb" an öffentlichen Orten, transformiert diese dann zu graphischen konturenhaften Gebilden und bemüht sich auf diese Weise die Prozesse der Verdichtung und Verdünnung, der Ansammlung und Pfadbildung zu visualisieren. Dabei versteht er die Graphik als Speichermedium, was sich auch früher schon in seinen vielschichtigen strukturellen "Abdrücken der Zivilisation" gezeigt hatte. Anstatt einzelne Stoffschichten zu dekuvrieren, konzentriert sich Měřička auf unsichtbare zeitliche Ebenen, "Simultanabdrücke" verschiedener Augenblicke. Im Jahre 2000 wurde Jan Měřička mit dem Preis Cena Vladimíra Boudníka und 2010 mit dem Preis für das beste Künstlerbuch ausgezeichnet.

Pavel Novotný

Übersetzer, Dichter, Autor von Radiokompositionen, geboren 1976 in Liberec. Er ist als Leiter des Lehrstuhls für die Deutsche Sprache an der TU Liberec tätig. Als Literaturwissenschaftler befasst er sich mit dem Thema der literarischen Montage und Collage, weiter auch mit den Möglichkeiten der auditiven und radiophonischen Poesie. Er schreibt und übersetzt, hat auch mehrere Radiokompositionen für den Tschechischen Rundfunk (ČRo3) gemacht, seine Komposition "Vesmír" ("Weltall") wurde 2010 mit "Prix Bohemia Radio" ausgezeichnet. Zusammenarbeit mit Jaromír Typlt für den tschechischen Rundfunk. Er hat mehrere Gedichtsammlungen und Textzyklen veröffentlicht, seit 2007 arbeitet er an seinem komplexen  "Tramvestie"-Projekt.

Michal Rataj

Komponist, Performer und Sound Designer, geboren 1975, Studium der Musikwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität und Komposition (bis 2005) an der Musikakademie AMU in Prag. 2007/2008 Stipendium der Fulbright-Stiftung im Center For Music And Audio Technologies an der University of California, Berkley. Seit 2000 Produktion von über 100 Radiokunstwerken in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern. Gründete in Prag das Archiv für RadioArt "rAdioCUSTICA" und ist Mitglied der EBU Ars Acustica Group. Rataj ist Assistenzprofessor für elektrooakustische Musik an der Musikakademie Prag und der New York University Prag.

Jaromír Typlt

Dichter, Prosaiker, Essayist, geboren 1973 in Jilemnice, Studium in den Fächern Tschechisch und Philosophie an der Karlsuniversität, danach Dramaturg des Kleinen Ausstellungssaals in Liberec (2000-08). Seit 1999 entwickelt er die Form der sogenannten "mutierten Autorlesung", in der Stimmenaufnahmen, Sprachrhythmen, aber auch gefundene Gegenstände und Bühnenhandlungen im Raum verwoben werden. Seit 2008 Kurator der Galerie U Rytíře in Liberec, Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Musikologen Michal Rataj und Verwirklichung zahlreicher Buchobjekte (z. B. "dass nicht wieder so" 2003, mit Jan Měřička). Gedichtbände: "Verlorene Hölle" (1994) und "Bewegliche Tempelschwellen" (1991) "Durch Gegenteil eilend" (1996), "Griff" (2007). 

 

Künstler aus Deutschland

Paul-Henri Campbell

Schriftsteller, schreibt Lyrik und Prosa sowohl in englischer als auch deutscher Sprache. geboren 1982 in Boston, Massachusetts, Studium der Klassischen Philologie (Altgriechisch) und Katholischen Theologie an der National University of Ireland und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. In seiner Arbeit sucht er nach Mythologien der Gegenwart. Seine Prosa bezeichnet er als mythischen Realismus. Veröffentlichungen in deutschen und internationalen Literaturzeitschriften (Lichtungen, World Literature Today, Hessischer Literaturbote, entwürfe, Cordite Poetry Review).

Zum lyrischen Thema werden ihm Dinge wie der Firebird Trans Am, die New Yorker U-Bahn Linie A-Train, der Flugzeugträger USS Kitty Hawk, die Concorde. Sein Gedichtband "Space Race" ist eine lyrische Umsetzung einer für das 20. Jahrhundert prägenden Mythologie um die Eroberung des Mondes. Lebt in Leipzig und Frankfurt/Main.

Ann Cotten

Schriftstellerin, geboren 1982 in Iowa, lebt ab 1987 in Wien und seit 2006 in Berlin. Studium der Germanistik, Abschluss mit einer Arbeit über Konkrete Poesie "Nach der Welt. Die Listen der konkreten Poesie und ihre Folgen" (2008). Erstlingswerk: "Fremdwörterbuchsonette" (2007). Zahlreiche Preise und Stipendien, zuletzt Adelbert-von-Chamisso-Preis (2014).

Publikationen: "Glossarattrappen" (2008), "Das Pferd" (2009), "Florida-Räume" (2010), mit Kerstin Cmelka: "I, Coleoptile" (2010), "Pflock in der Landschaft" (2011), mit Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp und Monika Rinck: "Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechten Werkzeugs" (2011), "Softsoftporn" (2013)," Der schaudernde Fächer. Erzählungen" (2013).

Gerhard Falkner

Lyriker, Prosaautor, Dramatiker, Essayist und Übersetzer, geboren 1951 in Schwabach, erster Gedichtband "so beginnen am körper die tage" (1981). Nach einem Stipendium am Literarischen Colloquium in Berlin legte Falkner mit dem Band "Berlin – Eisenherzbriefe" (1986) einen der zentralen postmodernen Mischtexte vor. Es folgten unter anderem die Bände "wemut" (1989), "X-te Person Einzahl" (1996) und "Gegensprechstadt / ground zero" (2005).

1997 erschien von Neil Donahue mit "Voice an Void. The poetry of Gerhard Falkner" die erste Monographie. 2009 Peter-Huchel-Preis für den Gedichtband "Hölderlin Reparatur. Lebt in Weigendorf und Berlin.

Peter Geist

Literaturwissenschaftler, geboren 1956 in Greifswald, Studium der Germanistik und Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig, im Anschluss Forschungsstudium an der KMU Leipzig, 1986-87 Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Cluj-Napoca, Rumänien, 1987 Promotion, 1987-96 Assistent am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte der Universität Leipzig, 1997 Projektleitung Leipziger literarischer Herbst (mit Ingrid Sonntag), 1998–2001 Stellvertretender Leiter/Programm des Literaturforums im Brecht-Haus Berlin, seit 2002 freiberuflich, Lehraufträge an den Universitäten Potsdam und Halle-Wittenberg, 2013 Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, lebt in Berlin.

Publikationen und Herausgaben: "Ein Molotow-Cocktail auf fremder Bettkante". Ein Lyriklesebuch von Dichtern aus der DDR. Leipzig 1991, "Kurzbesichtigung eines Arsenals: Die Lyrik der Moderne". Berlin 1992, "Im Spiegel ein anderer". Europäische und amerikanische Lyrik der Moderne. Berlin 1992, "Echtermeyer". Deutsche Gedichte von den Anfängen bis zur Gegenwart (mit Elisabeth Paefgen) Berlin 2005, "Deutsche Lyrik des 20. Jahrhunderts in Einzel- und Gruppenporträts" (mit Ursula Heukenkamp) Berlin 2006.

Martina Hefter

Literatin und Performancekünstlerin, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, Beschäftigung mit Projekten, die Text und Bewegung zusammenbringen. Nach drei Romanen gab Hefter ihr lyrisches Debüt. In ihren Gedichtbänden "Nach den Diskotheken" (2010) und "Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch" (2013) erkundet sie wechselseitige Relationen zwischen Sprache, Körper, Bewegung, Raum, Klang und Bewusstsein. Ihr Verständnis von Sprache und Bewegung als gegenseitige Erweiterung spielt auch im Entstehungsprozess ihrer Lyrik eine wichtige Rolle. 2012 initiierte und leitete Hefter das Projekt "Bewegungsschreiber – Dichtung trifft Tanz" am Dock 11 in Berlin. Im August 2013 gestaltete sie im Rahmen des Projekts „Sprechende Gänge. KOOKwalks durch Berlin“ ein choreografisches Spiel, in dem Meinungen und Haltungen zu Gedichten eine räumliche Installation bilden. Lebt und arbeitet in Leipzig.

Nancy Hünger

Lyrikerin, geboren 1981 in Weimar, Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, zahlreiche Stipendien. Hünger ist für Lese-Zeichen e. V. (Förderverein des Verbandes Deutscher Schriftsteller, Landesverband Thüringen) in Jena tätig und war von Juli bis Dezember 2011 Stadtschreiberin von Jena. Lebt als freie Autorin in Erfurt.

Veröffentlichungen: "Aus blassen Fasern Wirklichkeit. Gedichte" (2006). "Deshalb die Vögel. Instabile Texte" (2009), "Aus einem erfundenen Land". (Tonträger) (2009), "Halt dich fern" (2012).

Manos Tsangaris

Komponist, Trommler und Installationskünstler, geboren 1956 in Köln, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des neuen Musiktheaters. Seine Werke finden international Beachtung und wurden u.a. auf zahlreichen renommierten Festivals aufgeführt. 2009 wurde er zum Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden berufen, im selben Jahr zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt und 2011 zum Direktor der Sektion Musik. Seit 2010 ist er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. 

Im Studienjahr 2012/13 war Tsangaris Artist In Residence der Zürcher Hochschule der Künste, seit Oktober 2012 ist er designierter künstlerischer Leiter der Münchener Biennale für Neues Musiktheater ab 2016 (zusammen mit Daniel Ott). Er gründete im Jahr 2009 das "Internationale Institut für Kunstermittlung" (www.iike.de). Forschungen auf dem Gebiet der szenischen Anthropologie. Seit den 1970er Jahren hat Manos Tsangaris immer wieder innerhalb unterschiedlicher künstlerischer Formate die Bedingungen der Aufführung zum wesentlichen Gegenstand von Komposition gemacht. Eigene Schriften u.a.: "Stille Post" Gedichte, Köln 1986, "Mundmaßung" Gedichte, Köln 1995, "Die kleine Trance" Gedichte, Köln 2002.

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